Z A U B E R G A R T EN


Ist ein Zaubergarten so was Ähnliches wie ein Obstgarten? Mitnichten. Zuerst taucht ein schauriges Bild vor meinem inneren Auge auf:
vor langer Zeit führten mich meine Wege durch einen finsteren Wald, der sich mir auf einem Ausläufer des Schwarzwaldes entgegen gestellt hatte. Zur damaligen Zeit war ich noch auf Wanderschaft und konnte und wollte mich auch für kein festes Ziel entscheiden. Lieber weiterziehen.
Ich glaubte, sonst etwas verpassen zu müssen. So streifte ich durch die Gärten und Wiesen und gelangte irgendwann zum Rand dieses finstren Waldes.
Mutig wie ich heute noch bin, durchbrach ich die ablehnende kalte Wand und fühlte mich wie ein Entdecker fremder Welten. Der Wald schien krass abweisend, viele alte Baumstämme waren wild durcheinander geworfen wie diese Mikadostäbchen und mit fettem giftgrünen Moos bewachsen.
Der Boden war glitschig, altes vermodertes Laub reichte mir weit über die Pfoten und gab seltsame gurgelnde Laute von sich. Es roch unheimlich fett. Nach Verwesen. Nach Tod und nach Vergangenem.
Kein noch so schwacher Luftzug kam bis hierher. Eine bleierne Stille lag über allem und ließ auch mich innerlich erschaudern.
Wo war ich bloß hin gekommen? Sollte das eine Prüfung für mich sein? Fragen konnte ich leider niemanden, meine Rufe verhallten im Nichts. Auch den Waldrand konnte ich nicht mehr erkennen.
Ich musste also zusehen, dass ich möglichst schnell über diese Anhöhe dort oben kam. Vielleicht sah es auf der anderen Seite besser aus.
Und vielleicht konnte ich nach dem rechten Weg fragen.